Dass im Polizeipräsidium Duisburg derzeit DNA-Profile von Polizeibeamten erstellt und gespeichert werden, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf den Plan gerufen. Frank Richter, Landeschef der Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, kritisiert die vorsorgliche Erfassung „bestimmter Personengruppen“, weil die DNA-Analyse als „schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte (…) der konkreten Begründung im Einzelfall“ bedürfe und verweist auf Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Polizeibeamten und Vorgesetzten, die die Freiwilligkeit der Teilnahme an der Sammlung in Frage stellten.

Damit argumentiert Richter – wohl ohne es zu merken – gegen das gängige Prinzip der Massengentests, bei denen ebenfalls viele Menschen „freiwillig“ eine Speichelprobe abgeben, hier, weil sie fürchten, andernfalls in den Verdacht der Tatbeteiligung zu kommen.

Begründet wird die Duisburger Maßnahme mit einer besseren Aufklärung von Straftaten. Die Sammlung der DNA-Profile von Mitarbeitern soll künftig helfen, die für die Aufklärung einer Straftat wichtigen von den von Polizisten hinterlassenen Spuren am Tatort zu unterscheiden. Vorbild ist vermutlich Großbritannien, wo eine DNA-Datei nahezu aller Polizeibeamten bereits seit langem existiert.

Möglicherweise steht hinter der Hoffnung auf effektivere Ermittlungen aber auch das grundsätzliche Bedürfnis, dem jüngst als Ermittlungsmethode in Misskredit geratenen DNA-Profil wieder zu mehr Anerkennung zu verhelfen. Die unter dem Namen „Phantom von Heilbronn“ bekannt gewordene Panne mit verunreinigten Wattestäbchen jedenfalls hat einige Kreise gezogen: Ein Expertenkreis des Innenministeriums hat sich jetzt auf Qualitätsstandards für Wattestäbchen und Handschuhe geeinigt und zugleich mitgeteilt, dass „komplett DNA-freie Wattestäbchen“ noch nicht herstellbar seien.

(Ärztezeitung Online, 08.07.09; www.piratenpartei.de, 10.07.09) (uw)