Seit Dezember ist es im Bundesstaat New York erlaubt, via DNA-Analyse nach verdächtigen Verwandten zu fahnden. Die sogenannten „partial matches“, also Spuren, die teilweise mit einem in polizeilichen Datenbanken gespeicherten DNA-Profil übereinstimmen, dürfen nun benutzt werden, um damit Rückschlüsse auf mögliche TäterInnen aus dem familiären Umfeld der Person mit gespeichertem Profil zu ziehen.

Ein Beispiel: In Denver analysierten die Ermittlungsbehörden Blutspuren eines Autodiebs. Die Spur stimmte teilweise mit einer Person in der Datenbank überein, die die Ermittler zu dem später verurteilten Bruder der gespeicherten Person führte.

Bürgerrechtliche Organisationen kritisierten, dass diese Ermittlungspraxis zu einer enormen Ausweitung der DNA-Datensammlungen führen könnte. Tania Simoncelli von der American Civil Liberties Union erklärte: „Die Suche nach Familienmitgliedern weitet die Datenbanken auf Leute aus, die völlig unschuldig sind.“ Der Vertreter der Civil Liberties Union für New York protestierte außerdem dagegen, dass die familiäre DNA-Fahndung ohne Einbeziehung der Legislative nur von der New Yorker Kommission für Forensik erlassen wurde. Die New Yorker Rechtsprechung legitimiert im Nachhinein eine Richtlinie des FBI von 2006. Bereits seit damals ermöglicht das FBI den Abgleich von „partial matches“ über die von ihm betriebene nationale Datenbank, die die DNA-Datenbanken der Bundesstaaten vernetzt.

(NY Times, 25.01.10) (sus)