Die Erstellung von DNA-Profilen – so genannten genetischen Fingerabdrücken – ist ein wachsender Markt: Polizeien und Sicherheitsbehörden in der ganzen Welt machen sich zunehmend diese Technologie zu nutze. Entsprechend werden die Bemühungen gesteigert, die Technologie weiter zu perfektionieren. Das Augenmerk richtet sich insbesondere darauf, die Tests billiger, schneller und einfacher in der Durchführung zu machen. In den USA ist das Department of Homeland Security (DHS) einer der staatlichen Akteure bei der Weiterentwicklung der forensischen DNA-Technologie. DHS hat jetzt bekannt gegeben, ab diesen Sommer eine neue Maschine in der Größe eines Laser-Druckers in die Testung zu nehmen. Das Gerät kostet zwar in der Anschaffung stolze 275.000 Dollar. Der Hersteller, NetBio in Boston, gibt aber an, dass sich damit die Kosten eines DNA-Profils von 500 auf weniger als 100 Dollar reduzieren lassen. Auch die Zeit, die eine Analyse dauert, würde dramatisch reduziert: von Tagen und Wochen auf eine Stunde. Der Analyseroboter ist zudem so ausgelegt, dass er auch ohne große technische Vorkenntnisse bedient werden kann. Sollte sich das Gerät als tauglich erweisen, wären die technologischen Hindernisse für einen massenhaften Einsatz der DNA-Profil-Technologie minimiert. Anwendungsfelder gibt es jedenfalls nach Angaben der DHS genügend: die schnelle Feststellung von Verwandtschaftsverhältnissen von Flüchtlingen, ihren Kindern und Verwandten. Zudem möchte die DHS mit der DNA-Technologie den Fällen betrügerischer Adoption auf die Schliche kommen. Mit der Bekämpfung von Kinderhandel kann die DHS natürlich punkten. Die Firma NetBio gibt an, dass die Technologie auch zunehmend zur Identifizierung von Immigranten ohne Dokumente, Kriminellen, vermissten Personen und Opfern in Katastrophenfällen Anwendung finden soll. Zu den Interessenten gehörten Militärstellen, Geheimdienste und Polizeibehörden jeder Art. Die Marschrichtung ist ganz klar auf die Ausweitung von Tests und damit zugleich auch die Ausweitung von DNA-Datenbanken ausgerichtet, ohne deren Identifikations- und Informationsmöglichkeit einzelne Testergebnisse nichts wert sind.
(Biopolitical Times, 3.3.11) as