Das ökonomische Interesse an der breiten Durchsetzung der forensischen DNA-Analyse und dazugehöriger Datenbank-Technologien ist groß, weil sich hier ein großer neuer Markt auftut. Einer der Akteure auf der internationalen Bühne in Sachen DNA-Datenbanken für Polizei und Sicherheitsorgane in der ganzen Welt ist der britische Forensic Science Service (FSS), der in der Zeit der Labour-Regierung gewaltig reüssierte. Der damalige englische Premierminister Tony Blair war ein vehementer Unterstützer von DNA-Datenbanken und Bestrebungen, die DNA-Profile der gesamten Bevölkerung zu erfassen. Blair befürwortete auch die Kommerzialisierung des FSS. Der Staatsdienst wurde im Dezember 2005 in ein kommerzielles – staateigenes – Unternehmen umgewandelt. Seitdem sind die MitarbeiterInnen des FSS in der ganzen Welt unterwegs, um ihre Dienste anzubieten. Zu den internationalen Akteuren gehört auch das amerikanische Rechtsanwaltbüro Gordon Thomas Honeywell. Recherchen von GeneWatch UK und CRG zufolge haben die Rechtsanwälte in den letzten eineinhalb Jahren in verschiedenen Ländern forensische Datenbank-Systeme vorgestellt. Die technische Expertise und die Finanzierung leistet die Biotechfirma Life Technologies, die mit ihrer neuen Produktlinie „Human Identification and Forensic DNA“ leistungsfähige DNA-Analysen für genetische Fingerprints anzubieten vorgibt. (Biopolitical Times, 16.3.11) as