Die Entwicklung der DNA-Profiling Technologie schreitet voran. Ein tragbarer Apparat soll es der Polizei ermöglichen, schon direkt am Einsatzort DNA- Proben zu analysieren. Bislang dauert die Erstellung eines DNA-Profils mit
üblichen forensischen Techniken drei Tage. Das Szenario der englischen Polizei sieht vor, dass die Beamten aufgefundene Spuren vor Ort analysieren und via Funk oder Internet das Ergebnis mit den Daten in der zentralen
National DNA Database abgleichen können. LGC Forensics ist auf dem Gebiet des DNA-Profiling führend und hat die neue Technik im Rahmen des so genannten RapiDNA-Projekts entwickelt. Der Manager Dr. Steve Allen lobt die
neue Technik naturgemäß in höchsten Tönen und betont ihre Vielseitigkeit. Sie könne „auch bei Grenzkontrollen Anwendung finden, wenn es etwa darum geht, die Verwandtschaft von zwei Leuten zu überprüfen.“ Prototypen des
RapiDNA-Systems werden zur Zeit von der britischen National Policing Improvement Agency getestet. LGC Forensics ist ein Spin-off Projekt einer staatlichen Forschungseinrichtung. Die Firma entstand 1996, als das nationale Laboratory of the Government Chemist privatisiert wurde. David Reardon, der für die Entwicklung zuständige Manager von LGC Forensics, erklärt, dass die Technik zunächst bei einfachen Delikten eingesetzt werden soll, später dann auch bei schweren. Ein wichtiges Detail: Die neue Technik arbeitet vor Ort mit partiellen DNA Profilen – was die Analysegeschwindigkeit und „Treffer“ erhöht, gleichzeitig aber die Zahl falscher Verdächtigungen steigern kann.
(Daily Telegraph, 19.06.11) (as)