Ein Jahr nach dem Startschuss der Kampagne „DNA-Sammelwut stoppen!“ haben Willi Watte und seine Freunde vom Gen-ethischen Netzwerk (GeN ) am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, erneut das Bundesministerium für Justiz aufgesucht. Zum einen sollte dort eine Liste mit den Unterschriften unter den offenen Brief übergeben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um die Aktualität und Dringlichkeit der Forderungen an die Bundesjustizministerin zu unterstreichen, hatten die AktivistInnen außerdem einzelne Fälle veröffentlicht (Pressemitteilung vom 23. Mai 2012), die von der ungebrochenen DNA-Sammelwut der Polizei und von Übertretungen rechtlicher Grenzen durch die Sicherheitsbehörden zeugen. Mit diesen Aktivitäten hofften Watte und die AktivistInnen vom GeN, die Ministerin endlich dazu zu bewegen, den in ihrer Antwort auf den offenen Brief vom Oktober 2011 verneinten Handlungsbedarf endlich zu erkennen und sich darum zu kümmern, dass der biologischen Vorratsdatenspeicherung, die die Polizei in der Bundesrepublik betreibt, ein Riegel vorgeschoben wird.

Einen Riegel vorgeschoben bekamen die engagierten VerfechterInnen eines echten und umfassenden Schutzes vor polizeilicher Daten- und DNA-Sammelwut aber zunächst selbst: Kaum hatten sie sich dem Justizministerium genähert, erschien der polizeiliche Objektschutz des Gebäudes und sammelte die Ausweispapiere der Anwesenden ein.

Willi Watte erhielt das erste Platzverbot seines Daseins: Das Wattestäbchen wurde aufgefordert, sich auf die gegenüberliegende Straßenseite zu begeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst nach langen Verhandlungen erklärte sich ein Mitarbeiter der Poststelle des Justizministeriums dazu bereit, die Unterschriftenliste der vielen besorgten BürgerInnen entgegen zu nehmen, die den offenen Brief unterzeichnet hatten.

Das zeigt einmal mehr, dass verantwortliche politische Institutionen das Engagement von Menschen gelegentlich mit Füßen treten.

Aber Willi Watte und seine Freunde vom GeN geben nicht auf! Auch wenn Polizei und Politik es gern so hätten – unser Engagement gegen die polizeiliche Sammelwut wird nicht im Winde verwehen!