Artikel getaggt mit DNA family searching

3/2011: USA: Polizeiliche DNA-Verwandtensuche

Die kalifornische Polizei hat die Verhaftung eines Mannes wegen eines Sexualdeliktes bekanntgegeben, den sie über das so genannte „DNA family searching“ ermittelt hatte. Damit ist das Verfahren gemeint, Familienangehörige von TäterInnen in DNA-Datenbanken zu ermitteln, deren DNA teilweise mit der DNA der gesuchten Person übereinstimmt.

Im Fall dieses Verbrechens, das sich 2008 in Santa Cruz zugetragen hatte, wurde der Vater des Beschuldigten über die DNA-Datenbank ermittelt. Damit scheint dieses Verfahren in Kalifornien zum zweiten Mal erfolgreich zu sein, nachdem es seit seiner Genehmigung 2008 dort dreizehnmal eingesetzt wurde. Um den Sohn zu überführen, nahm die Polizei DNA-Proben aus dessen Hausmüll, eine Vorgehensweise, die seit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Kaliforniens in diesem Bundesstaat legal ist – trotz Protesten von Bürgerrechtsorganisationen.

Außerhalb von Kalifornien war „DNA family searching“ bisher in den gesamten USA nur noch in einem weiteren Fall in Denver erfolgreich, wo es um Einbruch in Autos ging. Das Center for Genetics and Society problematisierte an dem Verfahren, dass in den DNA-Datenbanken überproportional AfroamerikanerInnen erfasst seien und es sich insofern sozial ungleich auswirke. Das Council for Responsible Genetics forderte die Bioethik-Kommission des US-Präsidenten dazu auf, sich mit dem Verfahren zu beschäftigen.

(Biopolitical Times, 24.03.11) (sus)

 

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7/2010: USA: DNA-Sippenverdacht

In Kalifornien hat die DNA-„Familiensuche“ zu einem Ermittlungserfolg im Fall eines Serienkillers geführt. Die Ermittlungsbehörden fanden den Täter über das DNA-Profil seines Sohnes, das wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz in der kalifornischen DNA-Datenbank gespeichert war. Der „partial match“, also die partielle Übereinstimmung des DNA-Profils mit dem gesuchten Profil, führte zur Ermittlung gegen den Vater.

DNA-„Familiensuche“ wird bereits in Großbritannien und auch anderen US-Bundesstaaten wie Colorado zum Einsatz gebracht. Peter Bibring von der Americal Civil Liberties Union, einer großen US-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation, wirft den staatlichen Ermittlungsbehörden vor, hier vielfältig in die Privatsphäre von Personen einzugreifen, die in überhaupt keinem Zusammenhang zu der zu ermittelnden Tat stehen. So waren im Fall des Serienkillers zunächst 200 Profile als „partial matches“ in der kalifornischen Datenbank ermittelt worden, deren Familienmitglieder somit zum ersten Kreis der Verdächtigen gehörten.

(NYTimes, 24.7.10) (sus)

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